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Runge, Friedlieb Ferdinand
(1794-1864)
Kurzbiografie
Chemiker, Mediziner
08.02.1794 (Billwärder/Hamburg) - 25.03.1867 (Oranienburg)
Wirkungsort: Oranienburg
F. F. Runge erkannte die pupillenerweiternde Wirkung von Atropin (Bilsenkrautextrakt) und entdeckte das Koffein (1820), das Chinin (1819) sowie das Purpurin (1822).
In Oranienburg beschäftigte er sich mit dem Abfallprodukt Teer, aus dem er 1834 nach Destillationsversuchen Karbolsäure (Phenol) sowie Anilin und Chinolin, Ausgangssubstanzen zur Synthese organischer Farbstoffe, gewann. Teerfirnis und nichtrußende Stearinkerzen aus Palmwachs (1835) wurden von ihm entwickelt.
Weitere Erfindungen sind haltbare Tinte, Oranienburger Kernseife und eine Keramikglasur für Ofen.
F. F. Runge studierte nach einer Apothekerlehre in Lübeck Medizin und Chemie in Jena und Berlin, bevor er 1828 an die Universität Breslau ging. Runge promovierte auf phytochemischem Gebiet über Atropin (Belladonna) zum Dr. med. (1819) und über Indigo zum Dr. phil. (1822).
1832 wurde er chemischer Leiter der Chemischen Produktenfabrik zu Oranienburg.
Quelle: Chemiker
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Literaturhinweise (Auswahl)
- Allgemeine Deutsche Biographie (1875-1912), Bd. 29, S. 684 ff.
- Anft, Bertold: Friedlieb Ferdinand Runge, sein Leben und sein Werk, Nendeln/Liechtenstein 1977
- Asche, Wolfgang: Erste Teerfarben aus der Berliner Region. Der Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge (1794-1867), in: Edition Luisenstadt, Berlinische Monatsschrift Heft 02/1996
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Götz, Dorothea (Hrsg.): Selbstorganisation chemischer Strukturen. Arbeiten von Friedlieb Ferdinand Runge, Raphael Eduard Liesegang, Boris Pavlovich Belousov und Anatol Markovich Zhabotinsky, Leipzig 1987
- Hübner, Karl: Historie: 150 Jahre Mauvein, in: Chemie in unserer Zeit 4/2006, S. 274-275
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