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Chemische Fabrik E. Schering
Bekannte Namen der Firma
- Schmeissersche Apotheke
- Grüne Apotheke
- Chemische Fabrik E. Schering
- Chemische Fabrik auf Actien (vorm. E. Schering)
- Schering-Kahlbaum AG
- Schering AG
- Bayer Schering Pharma AG
Standorte in der Region
- ab 1851 - Chaussestraße 21, Berlin (Mitte) -
"Schmeissersche Apotheke", von S. umbenannt in "Grüne Apotheke"
- ab 1864 - Müllerstr. 170, 13353 Berlin (Wedding) - Stammsitz
(Areal Müllerstraße 170-178, zu beiden Seiten der Fennstraße, von den S-Bahngleisen bis zur Sellerstraße)
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- ab 1880 - Tegeler Weg 33, 10589 Berlin (Charlottenburg)
(ehem. Werksgelände am Tegeler Weg und Westhafenkanal)
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- ab 1921 - Eberswalde (ehem. Linoleumfabrik)
- ab 1923/25 - Berlin-Spindlersfeld (ehem. Fa. Spindler)
- ab 1922/27 - Berlin-Adlershof (ehem. Fa. Kahlbaum)

Notizen zur Chronik
- 1851 - Ernst Schering erwarb die Schmeissersche Apotheke in der Chausseestraße 21, die er kurz darauf Grüne Apotheke nannte
- 1855 - S. trat auf der Pariser Weltausstellung mit seinen "reinen Präparaten" auf und errang eine Silbermedaille
im gleichen Jahr begann er mit der Umwandlung des Labors in einen chemischen Produktionsbetrieb
- 1864 - am 21.9. erhält S. die staatliche Konzession für seine Fabrik;
Bau eines Werkes in der Müllerstraße 170/171 in (Berlin-) Wedding
- 1870/71 - Auftrag zur Medikamentenversorgung der Armee im deutsch-französichen Krieg
- 1871 - Umwandlung der Chemischen Fabrik E. Schering in eine Aktiengesellschaft: Chemische Fabrik auf Actien (vorm. E. Schering);
Schering hat 60 Arbeiter und 4 Angestellte
- 1876 - erste überseeische Handelsvertretung in USA: Schering & Glatz
- 1879 - 180 Arbeiter und 20 Angestellte
- 1880 - Zweigwerk am Tegeler Weg in (Berlin-)Charlottenburg, wird eröffnet, Produktionsschwerpunkte: Narkoseäther und Tannin
- 1882 - Ernst Schering scheidet aus gesundheitlichen Gründen aus der Firma aus
- 1888 - erstes wissenschaftliches Labor unter der Führung des Chemikers Albrecht Schmidt nimmt seine Arbeit auf
- 1889 - am 27.12. stirbt Ernst Schering in Berlin
- 1890 - Scherings erste pharmazeutische Spezialität, das Verjüngungsmittel Piperazin (später Gichtmittel), kommt auf den Markt
- 1892 - Cholera-Epidemie in Europa, R. Koch und R. Virchow propagieren die Hygiene für Jedermann; S. kann auch dadurch das Geschäft ausweiten
- 1893 - Gründung einer bakteriologischen Abteilung, Beginn der Gewinnung von Formaldehyd-Produkten zur Desinfektion

- 1901 - Entwicklungsarbeiten zur Herstellung synthetischen Kampfers beginnen
- 1913 - 935 Arbeiter, 112 Meister und 180 Angestellte
- 1921 - Gründung der Medizinisch-Wissenschaftlichen Abteilung;
Kauf der ehem. Linoleumfabrik in Eberswalde (OT Wolfswinkel)
- 1922 - Oberschlesische Kokswerke und Chemische Fabriken AG erwirbt S. und die Chemische Fabrik C.A.F. Kahlbaum GmbH sowie die Rheinische Kampfer-Fabrik;
weitere Tochtergesellschaften werden gegründet, besonders in Übersee;
Schering hat ca. 2400 Arbeiter und 400 Angestellte
- 1923 - Forschungsbeginn an Sexualhormonen
- 1923-25 - Übernahme der Aktienmehrheit bei der Spindler AG
- 1927 - die Firmen S. und C.A.F. Kahlbaum GmbH fusionieren zur Schering-Kahlbaum AG
- 1928 - mit Progynon® bringt S. das erste Hormonpräparat gegen klimakterische Beschwerden auf den Markt
- 1929 - in New York wird die erste US-Tochtergesellschaft gegründet, Schering Corporation
- 1930 - S. führt mit Uroselectan® das erste injizierbare Nierenkontrastmittel ein
- 1932 - Herstellungsbeginn von Estradiol
bei S. arbeiten 3084 Arbeiter und 1536 Angestellte
- 1934 - Nippon Schering Kabushiki Kaischa in Kobe, Japan gegründet;
S. bringt mit Proviron® das erste Androgenpräparat auf den Markt - zur Behandlung hormonal bedingter Krankheiten und Beschwerden beim Mann
- 1937 - die Schering-Kahlbaum AG verschmilzt mit der Oberschlesische Kokswerke und Chemische Fabriken AG zur Schering AG
- 1938 - S. entwickelt das Östrogen Ethinylestradiol (bis heute Bestandteil der "Pille")
- ab 1939 - die Beschlagnahmung aller ausländischen Patente, Warenzeichen und Tochtergesellschaften während des 2. Weltkriegs beginnt;
staatliche Einstufung als "kriegswichtiges Unternehmen"
- ab 1940 - Einsatz von Zwangsarbeitern auf staatliche Weisung
- 1943 - in der Bombennacht 22./23.11. werden das Gebäude der Hauptverwaltung und das Warenlager des Stammwerkes in Berlin-Wedding völlig zertsört
- 1945 - Demontage aller Schering-Werke, die Auslands-Tochtergesellschaften werden enteignet, beschlagnahmt oder schließen wegen Warenmangels, Verlust aller Patente und Warenzeichen

- ab 1950 - Wiederaufbau der ausländischen Vertriebsorganisationen
- 1957 - im Werk Charlottenburg beginnt der Aufbau der Mikrobiologie
- 1961 - S. führt mit Anovlar® das erste Präparat zur hormonalen Empfängnisverhütung in Europa ein
- 1973 - Microgynon®, ein niedrig dosiertes Kontrazeptivum, wird eingeführt
- 1974 - in Japan übernimmt S. fast 100% der Nihon Schering K. K., Osaka
- 1978 - Diane® wird eingeführt
- 1979 - S. gründet in New Jersey, USA die Berlex Laboratories, Inc.
- 1985 - Ultravist®, ein Röntgenkontrastmittel, wird eingeführt
- 1987 - Einführung von Magnevist®, weltweit erstes Kontrastmittel für magnetische Resonanztomographie
- 1990 - des US-Biotechnologie-Unternehmen Codon und das Tumor-Forschungsunternehmen Triton Biosciences, Inc. werden übernommen
- 1991- mit Fludara® wird ein neues Leukämie-Therapeutikum eingeführt
- 1992 - die Sparten Industrie-Chemikalien und Naturstoffe werden verkauft
- 1993 - Zulassung von Betaseron® in den USA, erstes Medikament zur Behandlung der Multiplen Sklerose
- 1994 - die Pflanzenschutzsparte wird ausgegliedert
- 1995 - Meliane®, ein Präparat zur Empfängnisverhütung wird eingeführt;
Erwerb von Medrad, Inc. USA
- 1996 - Erwerb der finnischen Leiras Gruppe
- 1997 - Mirena® wird eingeführt
- 1999 - Beschluss zur Konzentration auf das Kerngeschäft und den Standort in Berlin-Wedding; in Berlin-Charlottenburg heute nur die Verwaltung der Schering Deutschland GmbH (Tochtergesellschaft, Max-Dohrn-Straße 8), und der Physikalische Betrieb

- 2000 - Schering-Aktie an der New Yorker Börse eingeführt;
Erwerb von Mitsui Pharmaceuticals zur Stärkung der Position in Japan
- 2001 - Yasmin® wird eingeführt;
Fludara® Oral zur Leukämie-Behandlung wird eingeführt
- 2002 - Beteiligung an Aventis CropScience an die Bayer AG verkauft
- 2003 - Gründung des Forschungszentrums Nihon Schering Research Center in Kobe, Japan, Schwerpunkt: regenerative Medizin
- 2005 - Schering hat als einziges Berliner Dax-Unternehmen weltweit ca. 24.500 Beschäftigte und erwirtschaftet etwa 5,3 Milliarden Euro Umsatz; Schwerpunkte des Konzerns sind vier Geschäftsbereiche: Gynäkologie und Andrologie (z.B. Mittel zur Schwangerschaftsverhütung, gegen Beschwerden in den Wechseljahren und gegen Testosteronmangel bei Männern), Kontrastmittel für bildgebende Verfahren (z.B. Röntgenaufnahmen), Spezial-Therapeutika für chronische Erkrankungen (z.B. Multiple Sklerose) und Onkologie (Tumortherapie).
- 2006 - im März gibt der Bayer-Konzern ein Übernahmeangebot für Schering bekannt;
am 29.12. wird der Berliner Pharmakonzern Schering offiziell in Bayer Schering Pharma AG umbenannt

Quellen
Literatur
- 100 Jahre Schering - 100 Jahre Fortschritt, Berlin/Bergkamen 1971
- Aus einem Jahrhundert Schering-Forschung: Pharma, hrsg. v. der Schering AG - Scheringianum, Gert Wlasich u.a., Berlin 1991
- Holländer, Hans: Geschichte der Schering Aktiengesellschaft, hrsg. von der Schering AG, Berlin 1955
- Kobrak, Christopher: National Culture and International Competition. The Experience of Schering AG, 1851 – 1950, Cambrigde 2002
- Landesarchiv Berlin: A Rep. 229 Schering AG Findbuch, Berlin 2005
- Mitarbeiter fragen nach der Geschichte des Unternehmens, in: Schering-Blätter, Berlin 1971, Heft 5
- Von der Grünen Apotheke zum Weltunternehmen. Historischer Jahresstrang Schering [Chronik zum 125jährigen Bestehen], Berlin 1996
- Zott, Regine: Die Umwandlung traditioneller Gewerbe in wissenschaftsbasierte Industriezweige: das Beispiel chemische Industrie - das Beispiel Schering; in: Greif, Siegfried, Laitko, Hubert und
Parthey, Heinrich /Hg.): Wissenschaftsforschung Jahrbuch 1996/1997, Marburg 1998, S. 77-95 [PDF, 100kb]

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